© Johannes Mair
31.03.2019
Tirol

Wachsen – aber richtig!

Das Skiwachsen ist eine Wissenschaft für sich. Mario Stecher, ehemaliger Nordischer Kombinierer und heute sportlicher Leiter für Kombination und Skispringen im ÖSV, zeigt Schritt für Schritt, was Amateure beim Wachsen von Langlaufski von den Profis lernen können.

Ein gut oder schlecht gewachster Langlaufski entscheidet im Profisport über Sieg oder Niederlage. Das weiß Mario Stecher nur zu gut. Der gebürtige Steirer war 24 Jahre lang Teil des ÖSV-Teams der Nordischen Kombinierer und fuhr dort Weltcup- und Olympiasiege ein. 
„Sodala, a Schürze braucht‘s“, sagt Mario Stecher und schmunzelt, während er sich diese umbindet. In einem Skikeller in Seefeld, direkt neben der Loipe, sucht er sich alles zusammen, was er braucht, um in die Kunst des Wachsens von Langlaufski einzuführen: Bürsten, Wachs, Bügeleisen und verschiedene andere kleine Werkzeuge legt er sich auf dem Werktisch bereit, dann greift er sich seinen Ski und stellt gleich zu Beginn klar: „Wenn man ganz ehrlich ist, muss man zugeben, dass ein normaler Athlet vom Wachsen im Profibereich kaum Ahnung hat. Das Skiwachsen ist eine Wissenschaft für sich.“ 

Warum überhaupt wachsen?
Wenn der Ski über den Schnee gleitet, entsteht bei der Reibung Wärme, die wiederum die Schneepartikel an der Oberfläche zu feinen Wassertröpfchen schmelzen lässt. Der dünne Wasserfilm ist eine Art Schmiermittel und Voraussetzung für ein gutes Gleitverhalten des Skis. Ist die Wasserschicht allerdings zu dick – zum Beispiel, weil die Reibung zu hoch ist und der Schnee zu schnell schmilzt – ist das Gegenteil der Fall und es entsteht eine bremsende Saugwirkung.

Durch das Wachs kann man Einfluss auf das Gleitverhalten des Skis nehmen. Je nach Temperatur, Feuchtigkeit oder Dichte des Schnees greift der Servicemann zum passenden Wachs – die Entscheidung, welches das ist, ist aber alles andere als einfach.

Zuerst: Säubern
Mario Stecher spannt seinen Ski in den sogenannten „Wachslbock“ ein und nimmt eine Bürste in die Hand: „Der erste Schritt ist das Saubermachen. Mit einer Messing- oder Kupferbürste wird Schmutz und altes Wachs aus dem Ski gebürstet. Wenn der Schnee im Frühjahr schon sehr schmutzig ist, kann man auch einen Wachsentferner benutzen“, führt der Sportler aus.

Das Wachsen
Wenn der Ski sauber ist, fängt das eigentliche Wachsen an. Und hier hat man im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. Es gibt Wachs sowohl in Pulverform, als Block oder auch in Stifte gepresst. Bei Letzterem spart man sich das Auftragen mittels Bügeleisen, das Wachs wird einfach auf den Belag gerieben. „Für den normalen Langläufer funktioniert das durchaus für circa zehn Kilometer, sportlich ambitioniertere sollten aber mit Bügeleisen arbeiten“, ist Mario Stechers Tipp. Die Wahl des Wachses hängt wiederum von Temperatur bzw. Schneefeuchtigkeit ab. Grundsätzlich gilt: Je kälter es ist, desto härter das Wachs.

Bügeln
Das Bügeleisen ist inzwischen heiß. Mario Stecher nimmt es routiniert in die Hand und führt den Wachsblock dagegen, damit dieser schmilzt. Dann gibt es unterschiedliche Techniken, es auf den Ski aufzutragen. Manche Langläufer reiben es einfach auf den Belag, andere lassen es drauftropfen. „Das ist jedem selbst überlassen, wie er es lieber hat“

Abziehen und Bürsten
Nach dem Bügeln lässt man den Ski abkühlen, bevor es ans Abziehen des Wachses geht. Mit dem „Rillenputzer“ entfernt man das überschüssige Wachs aus der Rille, danach kommt die Abziehklinge für den Belag zum Einsatz. Diese ist meist aus Plexiglas und deren Kante sollte gut geschärft sein. „Hier kann man richtig mit Druck arbeiten“, sagt Stecher, während er die Klinge in Laufrichtung – also vom hinteren Ende des Skis nach vorne – führt. Schließlich wird der Ski noch ausgebürstet.

Den ausführlichen Artikel kannst du hier in voller Länge nachlesen.

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