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12.03.2019
Tirol

Die Entwicklung der Vierschanzentournee

Die Vierschanzentournee gilt für Athleten und Wintersportfans als Highlight der Saison. Einer, der seit mehr als 40 Jahren in diversen Funktionen die Entwicklung des Skisprungs mitprägt, ist Paul Ganzenhuber. Der ehemalige Trainer spricht über den Stellenwert der Tournee, den Druck für Trainer und Sportler und die Bedeutung von Erfolg.

Als Vorsitzender des FIS-Komitees brachte Paul Ganzenhuber viele Neuerungen in den Sport ein, beispielsweise die Reduktion der Teilnehmerzahl von 140 auf zunächst 90, 70 und schließlich 50 Teilnehmer. „Die Idee war, dass ein Sprunglauf-Wettbewerb nicht länger dauern durfte als ein Fußballspiel“, erzählt Ganzenhuber. Er wollte den Sprunglauf medienwirksamer und interessanter für die Zuschauer machen. Das gelang ihm.

Für die Vierschanzentournee überlegte er sich einen ganz speziellen Qualifikationsmodus mit K.O.-System, das nach wie vor das Wettkampfgeschehen prägt. Der Ablauf: Der 50. der Qualifikation trägt auch die Nummer 50 und springt – und das ist das Besondere an der Vierschanzentournee – gegen den Ersten. Der Zweite der Qualifikation springt gegen den 49. und so weiter. Auf diese Weise erhält man 25 Paare und damit auch 25 Gewinner. „Der Schlechteste springt gegen den Besten, steht medial im Fokus und kann sein Land präsentieren. Das ist natürlich ein Anreiz“, erläutert Ganzenhuber die Idee hinter dem Modus.

Auch weitere Veränderungen wie die Einführung einer Anlaufspur, der Umstieg von der manuellen Weitenmessung auf die Videoweitenmessung oder die Standardisierung der Schanzen gehen auf seine Zeit zurück. „Die Professionalisierung des Skispringens erleichterte die Plan- und Durchführbarkeit des Wettbewerbs und ließ das Interesse ansteigen“, so der 74-Jährige. 

Heute ist Skispringen aus dem Wintersportkalender nicht mehr wegzudenken – die Vierschanzentournee gilt für Athleten und Sportfans als sportlicher Höhepunkt um den Jahreswechsel. 

© GEPA / Florian Ertl

Die Vierschanzentournee zählt zu den wichtigsten und bekanntesten Tourneen im Sport. Wie bekam die Vierschanzentournee den Stellenwert, den sie heute hat? Paul Ganzenhuber:
Man muss als Athlet viermal sehr gut springen, damit man sich im Vorfeld positionieren kann. Wenn man einmal ausfällt, ist die Tournee vorbei. Die Tournee fordert den Besten heraus. An den vier Tagen können sich die Wetterbedingungen ständig verändern. Beim Auftaktspringen in Oberstdorf regnet es zum Beispiel, beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wird es warm, beim Bergiselspringen in Innsbruck kommt der Föhn und beim Dreikönigsspringen in Bischofshofen wird es wieder kalt. Das heißt, es gibt immer neue Anforderungen. Es ist enorm schwer, seine Form auf jeder Schanze zur Geltung zu bringen. Deshalb ist die Tournee sportlich so hochstehend.

Vier Orte, vier Anlagen, vier Wettkämpfe. Was muss man als Athlet mitbringen, um vorne mitmischen zu können?
Er muss eine enorme Konstanz mitbringen, eine starke Psyche, technisches Know-how und auch körperlich so in Form sein, dass er die zehn Tage durchsteht. Die Vierschanzentournee ist ein Riesenstress: die Reise von einem Ort zum anderen, die große Aufmerksamkeit, der mediale Druck. 

Was ist das für ein Gefühl, wenn man als Trainer die Tournee gewinnt?
Für mich war es eines der ganz großen Ziele, einmal die Tournee zu gewinnen. Als ich dann zum ersten Mal die Tournee gewann – das war 1986, da machten wir sogar einen Doppelsieg mit Ernst Vettori und Franz Neuländtner – war ich zuerst riesig erfreut. Dann fragte ich mich aber: Ist das alles? Wo ist der ganze Hype? Die Euphorie? Nach dem Sieg klang der Hype sehr schnell ab und machte der Ernüchterung Platz.

Das ganze Interview kannst du hier nachlesen.

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